70:75 gegen Grünberg: ETV muss in die Verlängerung
- 27.04.2026
Die Mission Klassenerhalt des Eimsbütteler TV in der Toyota 2. Damen Basketball-Bundesliga (DBBL) Nord geht in die Overtime. Im Rückspiel der ersten Play-down-Runde verloren die Hamburgerinnen gegen die Bender Baskets Grünberg zu Hause nach einem desaströsen dritten Viertel mit 70:75 (19:17; 15:12; 12:29; 24:17) – zusammen mit dem 78:77-Hinspielsieg vor einer Woche in Mittelhessen fiel die Endabrechnung somit negativ aus.
Dabei war alles angerichtet für ein Basketballfest und eine große Nichtabstiegsfeier: Rund 250 Fans – darunter Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Olympia-Werberin Katharina Fegebank sowie ETV-Vereinschef Frank Fechner - bevölkerten am Sonntag die Sporthalle Hohe Weide und machten sie über weite Strecken zur erhofften “Hölle Weide”.
Und so legten die Korbjägerinnen aus dem Herzen Hamburgs hoch motiviert los. Allen voran: Distanzspezialistin Leonie Rosemeyer. Die 27-Jährige sorgte für sämtliche elf Punkte ihres Teams zur 11:7-Führung nach sechs Minuten, neun davon aus ihrem Lieblingshabitat jenseits der Dreierlinie. Dazu führte die zweite Hauptdarstellerin im ETV-Trikot, Point Guard Paula Alvarez (Fotos: @mannigeaux), wie gewohnt souverän Regie und vergaß auch nicht das Scoren. Der Lohn: eine knappe Führung (19:17) zur ersten kleinen Pause, die im zweiten Viertel auf bis zu neun Punkte (33:24) anwachsen, zur Halbzeit jedoch wieder auf fünf Zähler (34:29) schrumpfen sollte.
Frühe Foulprobleme schon zur Halbzeit
“Wir hatten einen wirklich guten Start ins Spiel und haben eine gute erste Halbzeit gespielt, offensiv wie defensiv. Leider hatten wir aber auch schon früh Foulprobleme”, sagte ETV-Headcoach Sascha Leutloff. Allein Youngster Lotte Baldauf, längst zu einer wichtigen Rollenspielerin gereift, hatte zur Halbzeitpause vier Vergehen auf dem Konto, Topscorerin Rosemeyer deren drei.
Und was der Grünberger Endspurt vor der zweiten Sirene andeutete, zeigte sich im dritten Viertel überdeutlich: Die Bender Baskets ließen sich von der tollen Atmosphäre nicht beeindrucken. Vor allem nicht Routinier Tonisha Baker und Centerin Charlotte Kohl (1,93 m). Die beiden erzielten 15 der folgenden 17 Grünberger Punkte und initiierten damit den entscheidenden Turnaround, der in einer 14-Punkte-Führung (42:56; 29. Min.) gipfelte. Auf Eimsbütteler Seite hingegen fielen weder schwierige Würfe noch einfache Layups – das Drama aus ETV-Sicht nahm seinen Lauf.
“In dieser Phase sind wir leider eingebrochen, haben zu viele Dreier abgegeben, Grünberg kam ins Laufen”, so Leutloff. Zwar fingen sich die Gastgeberinnen – unermüdlich angetrieben von ihren Fans – dann doch irgendwann wieder. Doch wurde die aufkeimende Hoffnung abrupt wieder erstickt, als Rosemeyer (mit 22 Punkten zweitbeste ETV-Scorerin hinter Alvarez/27) gut acht Minuten vor Ultimo mit einem technischen Foul – ihrem fünften Foul insgesamt – fassungslos auf der Bank Platz nehmen musste. "Danach konnte Grünberg noch kompakter verteidigen, weil uns mit Leno eine wichtige offensive Stütze fehlte. Wir haben dann zwar bis zum Schluss gekämpft und sind noch einmal rangekommen, doch der Rückstand war zu groß”, analysierte Leutloff treffend. Bis auf sechs Punkte (56:62) robbten sich die dezimierten ETV-Ladies (ohne ihre langzeitverletzten Leistungsträgerinnen Chantal Neuwald und Jasmin Weyell) noch mal heran, doch die Hypothek des dritten Viertels wog letztendlich zu schwer.
Nun wartet das Nordderby gegen Hurricanes
“Der Ausgang des Spiels war natürlich sehr bitter für uns. Aber wir haben noch eine Chance und schauen nach vorne auf die zwei anstehenden Spiele”, sagte Ex-Bundesligaprofi (ALBA und MBC) Leutloff. Die gibt’s schon am kommenden Wochenende in der zweiten Play-down-Runde, wenn der ETV im Nordderby auf die AVIDES Hurricanes Rotenburg (setzten sich gegen Eintracht Braunschweig LionPride durch) trifft. Das Hinspiel am Freitag, den 1. Mai, steigt in Niedersachsen, ehe am Sonntag (3. Mai) beim Rückspiel die Hohe Weide erneut zur “Hölle Weide” werden und die so heiß ersehnten Abschlussfeier einfach nachgeholt soll.

















