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Kreuzbandriss: Basketball-Energizerin Jasmin Weyell muss neu aufladen

Sie ist für gewöhnlich eine Energieträgerin. Ein Zündfunken. Ein kämpferisches Vorbild in jedem Team. Doch am 14. Februar 2026 wurde Jasmin Weyell von einem Kurzschluss heimgesucht – und den Zweitliga-Basketballerinnen des Eimsbütteler TV der Stecker gezogen: Kreuzbandriss und Innenbandschaden im Spiel bei den AVIDES Hurricanes Rotenburg. Der zweite bittere Knie(aus)fall innerhalb weniger Monate bei den Hamburgerinnen nach der Verletzung von Chantal „Chauny“ Neuwald. 

40 Sekunden waren noch zu spielen im Nordderby, als das Schicksal – wie im Sport leider manchmal üblich – gnadenlos zuschlug: Ein Kontakt, ein Sturz, ein Schrei – und für Jasmin Weyell war mitten in der Crunchtime das Spiel vorbei. Nicht nur das: Auch die Saison, die erst zweite für den ETV in der Toyota 2. Damen Basketball-Bundesliga (DBBL), hatte für die 26-Jährige mit der Rückennummer 44 ein jähes Ende gefunden. 

Doch das ist längst Geschichte: Fast zwei Monate später hat Weyell ihr Innenband konventionell ausheilen und das vordere Kreuzband im rechten Knie erfolgreich operieren lassen. “Die OP war in Dortmund und ist super verlaufen. Ich musste nur eine Nacht im Krankenhaus bleiben, fühle mich schon wieder gut und mache bereits dreimal die Woche Physiotherapie”, berichtet die gebürtige Aschaffenburgerin, die in Offenbach aufwuchs.  

Eigentlich ist Hinfallen kein Problem für sie (und Wiederaufstehen sowieso nicht): Bis Weyell als Zwölfjährige mit Basketball begann, war sie Turnerin und damit einer exzellenten Körperkontrolle mächtig – was ihr in vielen Situationen unter dem Korb schon zugutekam. Nun muss sie vorerst schweren Herzens nicht nur auf Basketball, sondern auch auf ihre weiteren Leidenschaften Beachvolleyball, Surfen und Snowboarden verzichten. 

Eine Aufgabe, die einen auch mental fordert: “Ich bin von Natur aus eher ungeduldig. Aber es hilft nichts, ich muss jetzt das Beste aus der Situation machen”, so die 1,77 Meter große Flügelspielerin, die als Beraterin im Bereich Fertigung bei SAP arbeitet. Unterstützung liefern dabei Partnerin Leonie Rosemeyer, Familie, Freundinnen und natürlich das ETV-Team, das ihr zum Zeitvertreib ein Bierbrau-Set schenkte. “Ich koche gerne, lese im Moment viel und beschäftige mich noch mehr mit meinem Hund. Mir wird bestimmt nicht langweilig”, so Weyell, die im Schnitt gut zehn Punkte und mehr als fünf Rebounds pro Spiel abliefert. 

Seit fast genau zwei Jahren geht Weyell nun für den ETV auf Korbjagd. Zuvor war sie für ein Jahr zu ihrem Heimatverein Rhein-Main Baskets (2. Liga Süd) zurückgekehrt, davor stand sie in zwei Jahren auch 20 Mal für den BC Marburg auf einem Erstliga-Basketballfeld, u.a. mit den Nationalspielerinnen Marie Berthold, Theresa Simon (jetzt beide ALBA Berlin) und Alexandra Wilke (Keltern, frischgebackene DBBL-MVP). 

Aktuell fehlt sie den Eimsbüttelerinnen im Abstiegskampf der 2. DBBL, zumindest körperlich. “Ich versuche trotzdem für das Team da zu sein, meinen Input von außen zu geben, gerade den jüngeren Spielerinnen Tipps und Motivation zu liefern”, so der Small und Power Forward. Und das auch bei Auswärtsspielen, wie dem so wichtigen 80:70-Comeback-Sieg in Grünberg zum Abschluss der Hauptrunde. 

Nach einem einwöchigen Heimaturlaub in Offenbach wird sie auch beim Hinspiel der ersten Play-down-Runde am Sonntag (19. April 2026, 16.30 Uhr) beim selben Gegner ihre Mannschaft supporten. Das Rückspiel findet am 26. April um 16 Uhr in der heimischen Sporthalle Hohe Weide statt – dann hoffentlich mit dem angestrebten Klassenerhalt. Und einer jubelnden Jasmin Weyell auf der Bank, die spätestens in neun Monaten dem ETV Hamburg wieder frische Energie liefern möchte. 

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