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ETV-Gala gegen Chemnitz: Ein Fest vor dem Fest

Schöner hätten sie die Weihnachtspause nicht einläuten können. Mit einem 81:64-Sieg über die ChemCats Chemnitz im letzten Heimspiel des Jahres 2025 haben die Basketball-Zweitliga-Damen des ETV ein echtes Fest vor dem Fest gefeiert – inklusive Gratis-Glühwein für die rund 200 Fans und einem ganz besonderen Galaauftritt. 

Es war eines der vielleicht besten Damen-Basketballspiele, die die Sporthalle Hohe Weide je gesehen hat. Schon in der Anfangsphase gaben beide Mannschaften – und vor allem eine Spielerin – einen Vorgeschmack darauf: Keine Minute war gespielt, da hatte ETV-Guard Paula Alvarez den ChemCats zwei blitzsaubere Dreier vorweihnachtlich eingeschenkt. Es sollten nicht die letzten Threeballs der Spanierin bleiben an diesem Abend. 

Zwei Freiwürfe von Kapitänin Miriam Sommerstedt zum 8:0 machte den Blitzstart des ETV perfekt und bauten die Führung den Gastgeberinnen aus, die sie bis zur Schlusssirene nicht mehr ihren Gegnerinnen überlassen sollten. Zwar stemmten sich die favorisierten Chemnitzerinnen mit ihrer gewohnt aggressiven und flexiblen Defense gegen die drohende Niederlage und glichen auch dreimal (16:16, 20:20, 22:22) die Partie aus. Doch hielten die Korbjägerinnen aus dem Herzen Hamburgs mit Kampfkraft und Köpfchen dagegen. 

Und mit Paula Alvarez! Gerade als der Play-off-Anwärter aus Sachsen mit der starken Amerikanerin Erin Stroberg (17 Punkte und viele verteilte blaue Flecken) die Partie zu kippen drohte, drehte die 32-Jährige auf: Drei weitere Dreier innerhalb von anderthalb Minuten machten aus einem 31:30 ein 40:33 für den ETV (19. Minute) und ließen den Glauben der Eimsbüttelerinnen an eine Überraschung zur Überzeugung wachsen. Am Ende hatte Alvarez sagenhafte neun Treffer von Downtown (9/13 = 69%) und insgesamt 31 Punkte zu Buche stehen – fast so schön wie Weihnachten.

Angeführt von ihrer Leaderin steigerten sich auch ihre Mitspielerinnen in der zweiten Halbzeit fast in einen Spielrausch. Immer wieder überwanden sie die Presse der Gäste mit überlegtem Passspiel (24 Assists; bei 23 Turnovern) und steigerten selbst die Intensität am hinteren Ende des Feldes. Ganze 27 Punkte erlaubten sie den ChemCats nach dem Seitenwechsel, sodass am Ende ein so überraschender wie verdienter Erfolg der Hamburgerinnen stand.

“Das war ein wichtiger Sieg zum Jahresausklang gegen starke Chemnitzerinnen”, freute sich ETV-Headcoach Sascha Leutloff, der trotz Erkrankung an der Seitenlinie durchhielt. “Die überragende Paula und die Stimmung in der Halle haben uns heute getragen. Unser gutes Zusammenspiel, unsere gute Dreierquote und unsere gute Defense in der zweiten Halbzeit waren letztendlich der Schlüssel”, so der 43-Jährige, dessen Team mit einer ausgeglichenen Bilanz von 6:6 Siegen auf Tabellenplatz sechs kletterte. Die Chemnitzerinnen (7:5; Rang 5) rutschten zumindest vorerst aus den Play-off-Rängen, können aber bereits in drei Wochen am 10. Januar 2026 in eigener Halle Revanche nehmen. 

Und die Protagonistin? Die freute sich nach Spielende unbändig und blieb doch bescheiden: “Das war ein geiles Spiel. Neun Dreier in einem Spiel sind mir noch nie gelungen, höchstens mal drei oder vier. War vielleicht nur Weihnachtsglück...” Na dann: Frohes Fest und Feliz Navidad!

 

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