Danke, Sascha! Basketball-Chefcoach Leutloff hört auf
- 21.06.2026
Manchmal erzwingen im Sport die äußeren Umstände leider eine Veränderung. So auch auf der Trainerbank der Basketball-Zweitliga-Damen des ETV: Headcoach Sascha Leutloff hört nach reiflicher Überlegung wegen hoher beruflicher Belastung auf. Der 43-Jährige hatte das Amt erst vor einem Jahr vom langjährigen Cheftrainer Fredrick "Freddie" Kleemichen übernommen.
Nach der guten kam die schlechte Nachricht: Wenige Tage, nachdem der ETV von der Wildcard für die kommende Saison in der Toyota 2. Damen Basketball-Bundesliga (DBBL) Nord erfahren hatte, stand das Aushängeschild der Abteilung plötzlich ohne Cheftrainer da. "Leider kann ich aufgrund von beruflichen Veränderungen nicht mehr die Zeit aufbringen, um mich dem Coaching in der Zweiten Bundesliga im nötigen Umfang zu widmen", begründete Leutloff, der künftig als Referent bei der Spielervereinigung Athleten Deutschland noch weitreichendere Aufgaben übernehmen wird, seine Entscheidung.
Es war keine leichte, wie Leutloff betont: "Mein Dank geht an die Mannschaft und meinen Co-Trainer Christian Lübcke für das Vertrauen und die Zusammenarbeit in der vergangenen Saison. Und an alle Menschen, die mit viel ehrenamtlicher Arbeit das Projekt Zweite Bundesliga am Leben halten - sowohl unser Abteilungsvorstand als auch die vielen helfenden Hände bei unseren Heimspielen und in der Organisation des Spielbetriebs."
Die warmen Worte kamen direkt von der Abteilung zurück: "Wir können Sascha nur danken für seine Arbeit, seine Professionalität und seine Resilienz in der vergangenen Saison. Wir werden ihn als Headcoach vermissen, aber er wird für immer ein Teil der ETV-Basketballfamilie bleiben", sagte Vorstandschef Davide Arlotto.
155 Bundesligaspiele für ALBA und den MBC
Leutloff hatte im Sommer 2025 das Ruder bei den Korbjägerinnen aus dem Herzen Hamburgs übernommen, nachdem er zuvor seinem Vorgänger Kleemichen als Assistant Coach zur Seite gestanden hatte. Als der aus familiären Gründen zurücktrat, füllte der Ex-Bundesligaprofi dessen große Fußstapfen mit großem Engagement, viel Herzblut und neuen Ideen.
Für den gebürtigen Berliner war es die erste Station als Basketball-Cheftrainer. Unbedarft ging er indes nicht an die Sache ran. Denn er brachte nicht nur Erfahrung von 155 Bundesligaspielen als Aktiver für ALBA Berlin und den Mitteldeutschen BC mit, sondern half wie gesagt Vorgänger Kleemichen, aber auch Anastasios Reizoglou, dem Herren-Cheftrainer des ETV in der 2. Regionalliga, mit seiner exzellenten fachlichen Expertise.
Leutloffs „Lehrmeister“ tragen prominente Namen: So spielte er 2004/2005 beim ALBA-Farmteam TuS Lichterfelde mit Doppellizenz in der Regionalliga unter dem späteren Nationaltrainer Henrik Rödl, auch von MBC-Trainerlegende Silvano Poropat und Björn Harmsen (MBC, Jena, Gießen) hat er nach eigener Aussage eine Menge mitgenommen. In Weißenfels beim MBC hinterließ Leutloff seinerseits so großen Eindruck, dass die Rückennummer 16 des Ex-Kapitäns nicht mehr vergeben wird.
"Werde die Entwicklung der Mannschaft weiter verfolgen"
Nun also der Abschied vom ETV-Cheftrainerjob nach einer schwierigen, von Verletzungen gepägten Saison. Diese war nach dramatischem Verlauf mit dem sportlichen Abstieg zu Ende gegangen, fand dann aber mit der Wildcard von der 2. DBBL doch noch ein Happy End. Sehr zur Freude Leutloffs: "Ich finde es großartig, dass wir auch weiterhin Basketball in der 2. Bundesliga im Herzen von Hamburg haben und ich hoffe sehr, dass auch sportlich die Klasse gehalten werden kann, um diesen tollen Standort Stück für Stück weiter auszubauen. Ich freue mich schon auf das erste Heimspiel in der nächsten Saison und darauf, die Entwicklung der Mannschaft weiter zu verfolgen.“ Ein Nachfolger Leutloffs soll zeitnah präsentiert werden.



















